Der Bau der Nikolauskirche geht ebenfalls auf
die Legende um die Errettung des Grafen Johannes des Lahmen von Sponheim
zurück: Zum Dank für sein Glück des Überlebens stiftete der Graf diese
Kirche, der auch ein Kloster angegliedert war, dem Karmeliterorden. Während der
Reformationszeit wurde das Kloster vorübergehend aufgelöst und zum Sitz des
Gymnasiums umstrukturiert. Im 19. Jahrhundert dachte man schon daran, die Kirche
einem größeren Bau an anderer Stelle zu opfern, doch entschlossen sich die
Verantwortlichen stattdessen um 1897 zu einem umfangreichen Ausbau, damit dieser
zentrale Versammlungsort der stetig wachsenden Gemeinde auch in Zukunft seiner
Funktion gerecht werden könne. Auch Anfang der Achtziger Jahre dieses
Jahrhunderts wurde noch einmal kräftig restauriert. Im Innenraum befinden sich
für geschichtsinteressierte Besucher gut erhaltene Grabdeckplatten aus dem 14.
und 15. Jahrhundert sowie ein einzigartiges Kreuzreliquiar, das durch Hans von
Reutlingen, den Siegelschneider des Kaisers Maximilian seine endgültige Gestalt
erhielt.
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